Fix erklärt
Scheitern: Was hilft, wenn etwas schiefgeht?
Warum Fehler dazugehören und wie du damit umgehen kannst.
KI-generiertEs darf schiefgehen
Wenn du eine Veranstaltung organisierst, eine Sitzung leitest oder eine neue Idee ausprobierst, wird auch mal etwas schiefgehen.
Fehler und Pannen gehören dazu. Sie lassen sich nicht komplett vermeiden.
KI-generiertErstmal ärgern ist erlaubt
Nicht aus jeder Panne muss sofort eine großartige Lernchance werden.
Wenn etwas schiefgeht, darfst du erstmal enttäuscht, genervt oder frustriert sein.
KI-generiertMit etwas Abstand hinschauen
Was hat trotzdem funktioniert? Was war schwierig? Und was würdest du beim nächsten Mal anders machen?
Nicht jeder Fehler braucht eine große Analyse. Ein kurzer zweiter Blick ist aber wichtig.
KI-generiertNicht kleinreden. Nicht aufblasen.
Manche Fehler müssen ernsthaft angeschaut und geklärt werden. Andere sind schlicht eine Panne.
Es geht nicht darum, etwas schönzureden, sondern darum, einem Fehler die Größe zu geben, die er tatsächlich hat.
Scheitern: Was hilft, wenn etwas schiefgeht?
Du hast viel Zeit in eine Veranstaltung gesteckt und kaum jemand kommt. Eine Idee, von der du überzeugt warst, funktioniert in der Praxis überhaupt nicht. Die Technik steigt aus. Im Team läuft etwas schief. Oder du gehst nach Hause und denkst: Das war jetzt wirklich nicht mein Glanzstück.
Dabei soll nichts schöngeredet werden. Manche Fehler müssen geklärt werden. Andere waren ärgerlich, peinlich oder einfach Pech.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: Wie verhindere ich jeden Fehler?
Sondern: Was mache ich, wenn etwas schiefgegangen ist?
KI-generiert1. Wer etwas macht, kann auch Fehler machen
Dabei gibt es nicht für jede Situation eine fertige Anleitung. Manches funktioniert sofort. Manches erst beim zweiten Versuch. Und manches eben gar nicht.
Das ist kein Zeichen dafür, dass du für dein Ehrenamt nicht geeignet bist. Es bedeutet zunächst einmal nur: Du hast etwas ausprobiert.
Ein Projekt, das nicht funktioniert hat, macht das Engagement, das darin steckt, nicht wertlos.2. Du musst nicht sofort etwas daraus lernen
„Aus Fehlern lernt man.“ Stimmt. Aber manchmal ist dieser Satz ungefähr das Letzte, was man hören möchte.
Wenn du wochenlang etwas vorbereitet hast und es dann völlig anders läuft als gedacht, darf das erstmal einfach ärgerlich sein. Du darfst enttäuscht sein. Du darfst denken: So ein Mist.
Und du musst nicht noch am selben Abend herausfinden, welche wertvolle persönliche Entwicklungschance sich darin verborgen hat. Ein bisschen Abstand kann helfen.
Praxistipp:
- Bewerte nicht sofort alles.
- Lass den ersten Frust erstmal Frust sein.
- Oft sieht die Situation ein oder zwei Tage später ohnehin schon etwas anders aus.
KI-generiert3. Dann lohnt sich ein zweiter Blick
Mit etwas Abstand kann die Frage interessant werden: Was ist eigentlich genau passiert?
- Nicht jede Veranstaltung mit weniger Teilnehmenden als erwartet war automatisch schlecht.
- Nicht jede chaotische Situation bedeutet, dass alles daran misslungen ist.
- Und nicht jede Idee, die nicht funktioniert hat, war von Anfang an eine schlechte Idee.
Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen:
- Was hat trotzdem funktioniert?
- Was war schwierig?
- Was würde ich beim nächsten Mal anders machen?
Vielleicht stellst du fest:
- Die Veranstaltung war klein – aber das Gespräch richtig gut.
- Die Planung war zu aufwendig.
- Eine bestimmte Absprache hat gefehlt.
- Die Idee war gut, aber der Zeitpunkt nicht.
- Oder ganz schlicht: Das würde ich so nicht nochmal machen. Auch das reicht als Erkenntnis.
4. Es geht nicht ums Schönreden
Fehlertoleranz heißt nicht: „Ach, ist doch egal.“ Und auch nicht, aus jedem Missgeschick zwanghaft etwas Positives machen zu müssen.
Manche Fehler sind ernst. Vielleicht wurde jemand verletzt, eine wichtige Aufgabe nicht erledigt oder eine Entscheidung getroffen, deren Folgen man sich genauer anschauen muss. Dann braucht es Verantwortung, ein offenes Gespräch und möglicherweise auch konkrete Veränderungen.
Aber nicht jeder Fehler hat dasselbe Gewicht. Ein misslungener Programmpunkt ist etwas anderes als verletzendes Verhalten. Eine Technikpanne etwas anderes als eine wichtige Aufgabe, die wiederholt liegenbleibt.
Deshalb hilft die Frage: Wie groß ist das Problem eigentlich wirklich?
- Geht es gerade um etwas, das wir ernsthaft klären müssen?
- Oder ärgern wir uns gerade über eine Panne, die zwar blöd war, aber eben auch nicht mehr?
Es geht nicht darum, Fehler kleinzureden. Sondern darum, ihnen die Größe zu geben, die sie tatsächlich haben.
KI-generiert5. Mach nicht aus jedem Fehler ein Optimierungsprojekt
Wenn klar ist, dass etwas beim nächsten Mal anders laufen sollte, braucht es nicht gleich neue Regeln, Checklisten und Sicherheitsmaßnahmen für alle Eventualitäten. Oft reicht eine konkrete Veränderung.
- „Beim nächsten Mal frage ich früher nach Unterstützung.“
- „Beim nächsten Mal plane ich weniger Programm.“
- „Beim nächsten Mal kläre ich vorher, wer sich darum kümmert.“
- „Beim nächsten Mal teste ich die Technik rechtzeitig.“
Und genauso wichtig:
Nicht alles, was einmal schiefgegangen ist, muss künftig komplett abgesichert werden. Manche Dinge waren einfach Pech. Manche Situationen wiederholen sich wahrscheinlich nie. Und manchmal war die Idee grundsätzlich gut – nur diesmal hat sie nicht funktioniert.
Praxistipp:
Frag dich nicht: „Wie sorgen wir dafür, dass so etwas nie wieder passiert?“
Sondern: „Was wäre eine sinnvolle Veränderung für das nächste Mal?“
Eine konkrete Erkenntnis, mit der du wirklich weiterarbeiten kannst, ist oft hilfreicher als zehn Vorsätze, die am Ende niemand braucht.
6. Fehler ansprechen
Besonders unangenehm werden Fehler, wenn man das Gefühl hat, sie lieber verstecken zu müssen. Weil man niemanden enttäuschen möchte. Weil man Angst hat, unzuverlässig zu wirken. Oder weil man denkt, die anderen hätten das bestimmt besser hinbekommen.
Dabei kann man auch im Ehrenamt sagen:
- „Das ist mir durchgerutscht.“
- „Damit komme ich gerade nicht weiter.“
- „Das war zu viel.“
- „Das hat so nicht funktioniert.“
Der Fehler ist dadurch nicht weg.
Aber die anderen wissen, was los ist – und gemeinsam lässt sich klären, was jetzt nötig ist.
- Vielleicht kann jemand unterstützen.
- Vielleicht lässt sich eine Aufgabe anders verteilen.
- Vielleicht stellt sich heraus, dass andere die Situation gar nicht so dramatisch erleben wie du selbst.
Wie geht man ganz konkret damit um, wenn man selbst Mist gebaut hat?
Diese Frage greifen wir auch bei unseren Anonymen Fragen auf.
KI-generiert7. Nicht alles muss perfekt sein
Gerade wenn einem das eigene Engagement wichtig ist, steigen schnell die Ansprüche.
- Der Flyer soll richtig gut aussehen.
- Die Veranstaltung soll gut besucht sein.
- Die Sitzung soll produktiv laufen.
- Alle sollen zufrieden sein.
Wäre natürlich schön. Aber Ehrenamt passiert neben Beruf, Familie, Terminen und dem restlichen Alltag. Zeit, Geld, Menschen und Möglichkeiten sind nicht unbegrenzt vorhanden.
Deshalb darf die Frage manchmal auch lauten: Was muss hier wirklich gut sein – und was darf einfach gut genug sein?
- Nicht jede Präsentation braucht noch eine sechste Überarbeitung.
- Nicht jede Sitzung muss methodisch spektakulär sein.
- Nicht jede Veranstaltung wird besser, wenn noch drei zusätzliche Programmpunkte hineinpassen.
Jede zusätzliche Schleife kostet Zeit und Energie. Und manchmal sind beide an anderer Stelle besser aufgehoben.
8. Plan B ist kein Scheitern
Manchmal läuft etwas anders, obwohl du dich gut vorbereitet hast.
- Der Referent wird krank.
- Das Wetter macht nicht mit.
- Die Technik funktioniert nicht.
- Es kommen viel mehr oder viel weniger Menschen als erwartet.
- Die geplante Methode trägt die Gruppe nicht.
Und dann gibt es gar keine Zeit, lange über eine Alternative nachzudenken. Dann heißt es: Improvisieren.
Schnell umstellen. Etwas weglassen. Materialien retten. Aufgaben neu verteilen. Aus dem, was gerade da ist, etwas machen.
KI-generiertDabei fühlt sich ein Plan B nicht immer souverän an.
- Vielleicht ist es hektisch.
- Vielleicht weiß gerade niemand ganz genau, ob die spontane Idee überhaupt funktioniert.
- Vielleicht ist Plan B fünf Minuten später schon Plan C.
Das gehört zur Improvisation dazu.
Auch gute Vorbereitung schützt nicht davor, dass Plan A kippt. Entscheidend ist dann nicht, ihn um jeden Preis durchzuziehen, sondern zu merken: So funktioniert es gerade nicht – also machen wir es anders.
9. Und irgendwann darf man vielleicht darüber lachen
Vorab: Nicht jede Panne ist lustig. Manche Dinge ärgern lange. Und manchen Situationen kann man auch deutlich später so gar nichts Komisches abgewinnen.
Aber fast jede Gruppe hat diese Geschichten:
- Die Veranstaltung, bei der wirklich alles gleichzeitig schiefging.
- Die Technikpanne im denkbar ungünstigsten Moment.
- Das Missverständnis, das im Nachhinein vollkommen absurd war.
- Der Plan B, der spontan zum Plan C wurde.
Ein Witz macht einen Fehler nicht ungeschehen.
Aber manches, was im ersten Moment eine mittlere Katastrophe war, ist mit etwas Abstand einfach eine ziemlich gute Geschichte.
KI-generiertWenn du nochmal draufschauen möchtest
Du brauchst keine ausführliche Fehleranalyse. Fünf Fragen reichen oft völlig:
- Was wollte ich erreichen?
- Was ist tatsächlich passiert?
- Was hat trotzdem funktioniert?
- Was würde ich beim nächsten Mal anders machen?
- Was ist die eine Sache, die ich daraus mitnehme?
Und wenn die Antwort auf die letzte Frage erstmal lautet:
„Keine Ahnung. Ich bin immer noch genervt.“
Dann kann die Antwort auch erstmal so stehen bleiben.
Erst ärgern. Dann sortieren.
Wenn etwas schiefgeht, muss daraus weder eine Grundsatzdebatte noch ein Optimierungsprojekt werden.
Erstmal darf es ärgerlich sein. Dann lässt sich sortieren:
- Was ist passiert?
- Was musst du klären?
- Was machst du beim nächsten Mal anders?
- Und was war einfach Pech?
Mehr braucht es oft nicht.
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Verfasst von
Michaela Zwerger
Fachstelle Ehrenamtsbildung | Bistum Regensburg
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