Anonyme Fragen
Fragen aus dem Ehrenamt, die man sonst nicht stellt
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03. November 2026Ich habe ca. 15 Monate in einem Ehrenamt beim Tierschutz gearbeitet. Steht mir eine Bestätigung hierfür zu? Wir haben uns leider nicht gerade in Freundschaft getrennt.
Ich habe ca. 15 Monate in einem Ehrenamt beim Tierschutz gearbeitet. Steht mir eine Bestätigung hierfür zu? Wir haben uns leider nicht gerade in Freundschaft getrennt.
Antwort
Danke für deine Frage! Nach 15 Monaten Engagement im Tierschutz ist es völlig nachvollziehbar, dass du dafür gern eine Bestätigung hättest, auch wenn die Zusammenarbeit nicht im Guten geendet hat.
Gibt es einen Anspruch auf eine Bestätigung?
Ein Zeugnis wie im Arbeitsverhältnis steht dir bei einem normalen Ehrenamt in der Regel nicht zu. Wie der Verein damit umgeht, ist aber unterschiedlich: Viele stellen auf Nachfrage eine einfache Bestätigung aus, manche haben das auch in der Satzung oder Ehrenamtsvereinbarung geregelt. Ein Blick dort hinein lohnt sich.
Frag ruhig nach!
Trotzdem würde ich es an deiner Stelle versuchen. Du kannst um eine einfache Tätigkeitsbestätigung bitten, in der der Zeitraum und deine Aufgaben festgehalten werden. Eine Bewertung deiner Arbeit muss sie nicht enthalten. Ein paar Tipps, damit es möglichst entspannt läuft:
- Schreib am besten eine kurze, sachliche E-Mail. Falls es mit einer bestimmten Person Spannungen gab, kannst du dich auch an den Vorstand oder die Ehrenamtskoordination wenden.
- Wenn du einen Anlass hast (z. B. eine Bewerbung oder Unterlagen für ein Studium), nenne ihn kurz. Das macht die Bitte leichter nachvollziehbar.
- Du kannst eine freundliche Frist setzen, z. B. „bis [Datum]".
Eine Vorlage zum Anpassen:
„Guten Tag [Name],
ich war von [Monat/Jahr] bis [Monat/Jahr] ehrenamtlich bei euch im Tierschutz tätig. Für meine Unterlagen würde ich diese Zeit gern dokumentieren. Könntet ihr mir bitte eine kurze Bestätigung über den Zeitraum und meine Aufgaben ausstellen? Das würde mir sehr helfen, um die Zusammenarbeit sachlich abzuschließen.
Vielen Dank und viele Grüße
[Name]"
Du möchtest dein Engagement ausführlicher festhalten?
Mit dem Ehrenamtszeugnisgenerator auf verNETZwerkt geht das ganz unkompliziert: Du kannst deine Aufgaben, Erfahrungen und erworbenen Fähigkeiten zusammentragen und daraus einen Zeugnisentwurf erstellen. Den kannst du dem Verein vorlegen, der ihn dann prüfen und unterschreiben kann. Ob er das tut, entscheidet der Verein selbst. Für dich ist der Entwurf aber auch ohne Unterschrift eine wertvolle Grundlage, zum Beispiel für Bewerbungen.
Ich hoffe, der Verein kommt deiner Bitte nach. Auf jeden Fall gilt: Deine 15 Monate Engagement sind nicht einfach weg, nur weil das Ende nicht im Guten war.
Michaela Zwerger
Fachstelle Ehrenamtsbildung | Hauptabteilung Seelsorge | Bistum Regensburg
02. November 2026Macht das, was ich tue, einen Unterschied?
Macht das, was ich tue, einen Unterschied?
Antwort
Ich bin fest davon überzeugt, dass es einen großen Unterschied ausmacht, ob du dich einbringst oder nicht!
Warum?
Jeder Mensch hat seinen einzigartigen Platz
So wie jedes einzelne Splitterteilchen zum Gesamtmosaik unverzichtbar notwendig ist, und sein Fehlen eine unersetzliche Lücke hinterließe, genauso hat jeder Mensch seinen einzigartigen Platz im Schöpfungsplan zugewiesen, von dem aus er sich einbringt. Niemand sonst steht dort an seinem Platz. Niemand sonst kann ihn dort vertreten.
Nicht die Wirkung zählt, sondern die Liebe
Jesus lädt alle ein, wie er, die Spur der Liebe zu leben und so das Reich Gottes mit aufzubauen. Nicht scheinbare Auswirkungen einer Handlung sind dafür bedeutsam, sondern einzig und allein das Tun aus Liebe. Deshalb wäscht er seinen Jüngern die Füße und fordert uns auf, dass wir genau so handeln, wie er es uns vorgemacht hat. Oder er sagt im Lukasevangelium:
Wer unter euch eine leitende Verantwortung sucht, der soll die Kleinarbeit tun, die man Anfänger zumutet. Und wer eine bedeutende Rolle spielen will, der soll die Rolle des Handlangers übernehmen (Lk 22,26).
Jeder ist ein wichtiger Teil des Ganzen
Paulus vergleicht die Kirche mit dem Leib und seinen Gliedern; Petrus spricht von der Kirche, die aus lebendigen Steinen gebaut ist, damit in ihr Christus heute gegenwärtig und erfahrbar wird.
Hier wird ganz deutlich, wie wichtig es ist, dass jedes Organ, jeder Baustein seinen Dienst tut. Ob er bedeutungsvoll ist oder nicht, entscheidet nicht die Größe und Sichtbarkeit der Tat, sondern einzig und allein, ob sie in Liebe getan wurde!
Die Liebe im Alltag leben
Deshalb lädt uns der kleine Weg der hl. Therese v. Lisieux ein, die täglichen Dinge in Liebe zu tun und so im Herzen der Kirche die Liebe zu sein!
Viele gute Gründe, um nicht an der Wichtigkeit deines Engagements zu zweifeln, denn wir Menschen sehen oft nur auf das Äußere, Gott aber sieht ins Herz.
Deshalb macht das, was du tust wirklich einen bedeutsamen Unterschied aus!
Edwin Berner
Diakon, Seelsorger verNETZwerkt & KEB im Bistum | Hauptabteilung Seelsorge | Bistum Regensburg
28. Oktober 2026Darf ich eigentlich mit Evangelischen (oder anderen Konfessionen) zusammenarbeiten?
Darf ich eigentlich mit Evangelischen (oder anderen Konfessionen) zusammenarbeiten?
Antwort
Eine Zusammenarbeit mit Menschen, die sich für eine Sache oder ein Thema begeistern, ist grundsätzlich nie verkehrt.
Somit spricht einer Zusammenarbeit nichts entgegen, auch kein Unterschied in der Konfession.
Mittlerweile gibt es viele Bereiche, in denen wir in der Seelsorge "ökumenisch" (konfessionsübergreifend) unterwegs sind, z.B. Kinderbibeltage, Seniorenarbeit, Schulgottesdienste.
Natürlich muss darauf geachtet werden, welcher Inhalt bei der Zusammenarbeit vertreten wird. Niemand sollte hier zu etwas gedrängt werden, was sie oder er nicht möchte oder vertreten kann.
Lucas Lobmeier
Pfarrer | Herz Jesu Teublitz
21. Oktober 2026Wer pflegt die Homepage/die Kanäle weiter, wenn ich ausscheide?
Wer pflegt die Homepage/die Kanäle weiter, wenn ich ausscheide?
Antwort
Eine ehrliche Frage, und keine leichte. Wer Website oder Kanäle aufgebaut hat, kennt meist das System, die Abläufe und die Menschen, die mitlesen. Genau dieses Wissen fehlt, wenn jemand Neues einsteigt.
Früh ankündigen und gemeinsam suchen
Sag mindestens ein halbes Jahr vorher Bescheid, und zwar dem verantwortlichen Gremium (Pfarrgemeinderat, Vorstand, Pfarrbüro). Die Nachfolge ist auch deren Aufgabe. Schau, wer eure Beiträge liked und selbst im Netzwerk unterwegs ist; das sind selten automatisch die Jüngsten. Und teilt die Aufgabe auf: Für Fotos, Texte oder Technik einzeln findet sich leichter jemand als für alles. Auch ein Redaktionsplan kann das Finden neuer Verantwortlicher erleichtern, weil er klar zeigt: Da bist du zuständig, aber nicht immer und für alles.
Übergabe planen
Leg für die Website eine Dokumentation an: Wie stelle ich einen Artikel ein, was ist regelmäßig zu pflegen, wer hilft bei technischen Problemen? Plane mindestens drei Monate Übergabe, am besten im Tandem.
Gib alle Zugänge weiter und achte darauf, dass Konten, Domain und Hosting auf Pfarrei oder Verein laufen statt auf dich privat. Auch Impressum und Datenschutzerklärung nennen oft deinen Namen und müssen angepasst werden.
Wenn sich niemand findet
Es ist keine Schande, einen Kanal stillzulegen: Tote Kanäle schaden mehr als unsichtbare. Bei Instagram reicht ein letzter Beitrag mit Hinweis, wo es künftig Infos gibt; dann den Account deaktivieren statt löschen.
Die Website ist dagegen eine Pflichtaufgabe, weil Menschen Informationen heute vor allem im Internet suchen. Notfalls übernimmt sie das Pfarrbüro, dann gern abgespeckt: Gottesdienstzeiten, Kontakt, Öffnungszeiten. Die Domain dabei unbedingt behalten. Wichtig: Auf keinen Fall die Domain auslaufen lassen. Denn oft finden sich dann im Nachhinein Käufer der Domain (z.B. Online-Casinos), die diese dann aufkaufen und mit Inhalten bespielen, die mit einer Pfarrei denkbar wenig zu tun haben.
Danke, dass du schon jetzt an die Zeit danach denkst. Fragen zur Übergabe kannst du gern in unseren Austauschkanälen im Chat stellen.
Tanja Matok
Fachstellenleitung | Fachstelle Medien und Digitalpastoral
02. Oktober 2026Was antworte ich Leuten, die mich fragen, wieso ich mich trotz all der Skandale und Krisen überhaupt noch in der Kirche engagiere?
Was antworte ich Leuten, die mich fragen, wieso ich mich trotz all der Skandale und Krisen überhaupt noch in der Kirche engagiere?
Antwort
Das zentrale Element meines Glaubens ist die Frage, die Gott einen jedem von uns stellt: „Liebst du mich?“ Der Glaube als Interaktion zwischen Gott und den Menschen. Dieses Geschehen findet in meinen Gedanken aber auch anfassbar im Alltag statt. Die Kirche nicht abstrakt, sondern konkret als meine Pfarrgemeinde gemeint, bietet mir das Umfeld mich genauer mit meinem Glauben auseinanderzusetzen. Sei es während der Predigt, oder in einer stillen Minute. Hier erlebe ich das, für was Kirche stehen sollte, Geborgenheit, Ruhe, die Möglichkeit mit sich und seinem Umfeld ins Reine zu kommen.
Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat vielen Menschen Leid und gesellschaftlich die Kirche in die Defensive gebracht. Wichtig bei der gesellschaftlichen und internen Aufarbeitung der Vorfälle ist die hundertprozentige Transparenz und Aufklärung, sowie die Auseinandersetzung wie zukünftig Missbrauch verhindert werden kann. Die Verantwortung unserer Kirche liegt darin, entsprechende Gremien zu schaffen und nichts unversucht zu lassen, den Opfern die bestmögliche Unterstützung anzubieten. Um zukünftig Missbrauchsfälle zu vermeiden, ist jede Pfarrgemeinde verpflichtet sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und ein entsprechendes Schutzkonzept zu erstellen.
Wir Gläubige und die Institution Kirche müssen uns dieser Verantwortung stellen. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass der Glaube und die Kirche viel mehr zu bieten hat, wie es gemeinhin zu vermuten gilt. Die Entscheidung, ob wir uns noch in der Kirche engagieren können, sollte nicht nur von gesellschaftlichen Argumenten beeinflusst werden. Mindestens genauso wichtig sind unsere eigenen Erfahrungen, sowie die Momente „wo“ Gott unser Herz berührt.
Berthold Kerres
Katechist im Bistum Regensburg
02. Oktober 2026Wir sind in unserer Gruppe alle über 60 und finden einfach keine Jüngeren, die weitermachen. Habt ihr Ideen, wie man da rankommt?
Wir sind in unserer Gruppe alle über 60 und finden einfach keine Jüngeren, die weitermachen. Habt ihr Ideen, wie man da rankommt?
Antwort
Herausforderung und Sorge
In der Tat ist das eine Herausforderung, die viele Gruppen im Moment umtreibt. Die Sorge, dass ihre Gruppe (Verein, Verband, …) nicht mehr weiter bestehen wird, ist groß. Die Jüngeren scheinen kein Interesse an dem zu haben, was ihnen ans Herz gewachsen ist.
Vielfältige Ursachen
Doch die Ursachen dafür, dass jüngere Generationen fehlen, sind sehr vielfältig. Pauschale Ideen, die sofort wirken und funktionieren, gibt es da leider nicht. Da ist es wichtig, auf die Gegebenheiten, Strukturen, Vernetzungen, Entwicklungen, … vor Ort zu blicken.
Da braucht es Zeit und einen kreativen Austausch – gerne mit Begleitung und Beratung von Außenstehenden, die so einen Austausch moderieren, ohne einem ein schlechtes Gewissen zu vermitteln oder etwas überzustülpen. Es geht darum, den Ist-Stand zu erfassen, das Machbare und die Grenzen auszuloten, um dann konkrete Schritte zu planen.
Begleitung holen!
Hilfe in solchen Situationen gibt es - sofern ihr Teil eines Verbandes seid, in den Diözesanstellen der Verbände: Einfach anfragen. Oder gibt es eine andere euch übergeordnete Einrichtung, die konkret Hilfe vermitteln kann?
Geht es um eine Einrichtung oder Gruppe, die direkt an der Pfarrei angeschlossen ist? Dann gerne im Pfarramt nachfragen und sich über das Pfarramt Begleitung von der Gemeinde- und Organisationsberatung im Bistum Regensburg holen.
Einfach Kontakt aufnehmen und die Zukunft gestalten.
Sebastian Wurmdobler
Gemeindereferent beim Kolpingwerk DV Regensburg | Pädagogischer Fachreferent nach dem Kess-Ansatz | Bistum Regensburg
02. Oktober 2026Muss jetzt wirklich alles digital werden?
Muss jetzt wirklich alles digital werden?
Antwort
Kurz gesagt: nein
Die Frage höre ich oft. Und wenn es um Beziehungen, Ehrenamt und pastorales Tun geht, ist meine Antwort ein klares Nein. In der Verwaltung sieht das sicher anders aus, aber dafür sind die Kolleg/-innen aus der Digitalisierung die besseren Ansprechpartner/-innen.
Was leicht verloren geht
Es braucht ein gesundes Gleichgewicht, wenn Dinge digital werden oder komplett neu im digitalen Raum konzipiert werden. Denn immer dann, wenn zum Beispiel ein Treffen zur Videokonferenz wird, fällt auch viel weg: der informelle Austausch vorher und nachher, das kurze Ratschen, die Begegnung nebenbei. Und das ersetzt man selten. Gerade im Ehrenamt kommt einem das eigene Tun dann schnell wie ein Job vor — ohne das, was eigentlich zählt: Emotionen, Beziehungen, empathischer Austausch.
Geht es um digitale Andachten, so ist es weniger der soziale Austausch vorweg, aber vielleicht die Augenblicke, in denen man still wird und sich fokussiert. Das passiert in einem ruhigen Gotteshaus oder einem ruhigen Raum eher als in einem Büro oder einer Küche, in der um einen herum der Alltag weiterläuft. Aber man kann, wenn einem dies bewusst ist, gegensteuern!
In den digitalen Raum wechseln? Ja, aber mit Fingerspitzengefühl
Ein analoges Format in ein digitales zu übersetzen oder ein neues Format zu finden, braucht deshalb Aufmerksamkeit. Ein paar Fragen, die sich lohnen:
- Gibt es zu Beginn Raum, sich informell auszutauschen oder zu ratschen? Wenn nicht — wie schaffst du ihn?
- Wie stellst du sicher, dass alle gehört werden und man auch miteinander lachen kann?
- Hat am Ende jede Person die Möglichkeit, ihr Befinden auszudrücken — damit niemand allein vor dem Bildschirm mit den Gedanken zurückbleibt?
- Und wie steht es um Barrierefreiheit und Inklusion? Wen schließt du durch ein digitales Format ein, wen aus?
Digitale Formate brauchen genauso Begleitung wie analoge
Für digitale Formate in der Pastoral gilt dasselbe wie für analoge: Sie brauchen Begleitung und den ganzen Menschen im Blick — emotionale Bedürfnisse genauso wie leibliche, die oft vergessen werden.
Und die Beziehungsqualität im Fokus: Deshalb lohnt es sich, die eigenen Formate immer wieder anzuschauen und zu fragen: Passt das noch? Müssen wir etwas ändern? So können sich analoge und digitale Formate auch gut abwechseln.
Du musst das nicht allein herausfinden
Wie digitale Formate in der Pastoral gut gelingen, damit beschäftigt sich die Fachstelle Medien & Digitalpastoral. Melde dich gern — wir denken solche Formate mit dir durch.
Tanja Matok
Fachstellenleitung | Fachstelle Medien und Digitalpastoral
01. Oktober 2026Wie helfe ich, ohne gleich im Gremium zu landen?
Wie helfe ich, ohne gleich im Gremium zu landen?
Antwort
Kleiner Finger und dann gleich die ganze Hand?
Es gibt viele, die sich gerne in einer Pfarrei oder einem Verein engagieren. Aber wenn man anfängt, wird häufig erwartet, dass man sich immer mehr engagiert, bis man schließlich in einem Gremium landet, obwohl man das gar nicht will. Eine Schlussfolgerung: Deshalb engagiert man sich lieber gar nicht. Das ist schade, da auch kleine Dienste und kurzes Engagement hilfreich und für alle Beteiligten eine Bereicherung sind.
Klarheit hilft
Es ist deshalb sinnvoll, zu Beginn des Engagements klar das Zeitbudget (z. B. wie oft und wie viele Stunden pro Woche oder Monat, vielleicht auch nur einmalig?), die Stärken (Welche Aufgabe liegt mir am Herzen?) und die Grenzen gegenüber dem Ansprechpartner/der Ansprechpartnerin zu benennen.
Ablehnen ist okay
Falls aber die Verantwortlichen Ambitionen haben sollten, dich über diese Grenzen hinaus einzuplanen, solltest du diese Begehrlichkeiten auch klar und deutlich zurückweisen und auf dein Zeitbudget und die eigenen Prioritäten hinweisen.
Beispiel für eine kurze Anfrage per E-Mail oder Nachricht
Betreff: Unterstützung in der Pfarrgemeinde – gerne mithelfen
Liebe/r [Name],
ich möchte gerne aktiv in unserer Pfarrgemeinde mitarbeiten, ohne direkt in den Pfarrgemeinderat zu gehen. Mir liegen insbesondere [z. B. Musik/Liturgie, Jugendarbeit, Hospizdienst, soziale Projekte] am Herzen. Könnten Sie mir sagen, welche konkreten Aufgaben aktuell Unterstützung brauchen und wie ich am besten einsteige? Ich könnte ca. [Zeitbudget, z. B. 2–4 Stunden pro Woche/monatlich] zur Verfügung stellen und freue mich auf Rückmeldung.
Vielen Dank.
Freundliche Grüße
[Ihr Name]
Manfred Fürnrohr
Geschäftsführer Diözesane Räte | Bistum Regensburg
01. Oktober 2026Muss ich eigentlich katholisch sein, um ehrenamtlich bei kirchlichen Sachen mitmachen zu dürfen?
Muss ich eigentlich katholisch sein, um ehrenamtlich bei kirchlichen Sachen mitmachen zu dürfen?
Antwort
Nein. Für viele Formen des ehrenamtlichen Engagements in der Kirche musst du nicht katholisch sein.
Bereitschaft zur Verantwortung
Entscheidend ist meist nicht die Konfession, sondern die Bereitschaft, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und Werte der jeweiligen Gruppe oder Einrichtung mitzutragen. Viele Pfarreien, Verbände und kirchliche Initiativen freuen sich über Menschen, die ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihre Ideen einbringen. Und zwar unabhängig davon, ob du Mitglied einer Religionsgemeinschaft bist oder konfessionslos.
Ausnahmen von der Regel
Es gibt allerdings einzelne Aufgaben, bei denen die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche Voraussetzung ist. Das betrifft vor allem bestimmte liturgische Dienste, Leitungsaufgaben oder Tätigkeiten, bei denen jemand die Kirche offiziell vertritt. Welche Voraussetzungen gelten, hängt daher immer auch von der konkreten Aufgabe ab.
Einfach mal fragen!
Wenn du Interesse hast, dich zu engagieren, lass dich also nicht von der Frage nach deiner Konfession ausbremsen. Sprich die Verantwortlichen vor Ort einfach an und erzähle, woran du Freude hast und was du gerne einbringen möchtest.
Gemeinsam lässt sich meist schnell klären, welche Möglichkeiten es gibt. Kirche lebt von Menschen, die sich füreinander einsetzen.
Sei herzlich willkommen!
Deshalb gilt in den allermeisten Fällen: Wer mitmachen möchte, ist zunächst einmal herzlich willkommen.
Sandra Mirwald
Stellvertretende Leitung | Hauptabteilung Seelsorge | Bistum Regensburg
01. Oktober 2026Ich hätte da eine Idee, weiß aber nicht, ob das überhaupt erwünscht ist. Wie fang ich an und an wen wende ich mich?
Ich hätte da eine Idee, weiß aber nicht, ob das überhaupt erwünscht ist. Wie fang ich an und an wen wende ich mich?
Antwort
Ideen sind willkommen
Danke für deine Frage. Ja, Ideen sind bei uns im Bistum willkommen und bringen uns voran. Manchmal kann es jedoch eine spannende Reise sein, den passenden Ort und die passende Ansprechperson für die jeweilige Idee zu finden.
Wohin du dich wenden kannst
Probiere es doch zuallererst einmal in deiner Pfarrei oder deinem Verband, ob du hier weitere Menschen findest, welche deine Idee ebenso gut finden.
Wende dich auch gerne an deinen Pfarrer oder pastorale Mitarbeitende.
Falls du denkst, dass diese Idee auf eine höhere Ebene gehört oder etwas Größeres ist, wende dich gerne direkt an eine Stelle im Bistum.
Sei es das Bischöfliche Jugendamt, die Erwachsenenpastoral oder eine der weiteren vielen Stellen im Bistum.
(Eine Übersicht findest du z. B. hier: Seelsorge A-Z)
Falls du in einem der vielzähligen Verbände tätig bist, wende dich gerne an die Kreis- oder Diözesanverbände. Dort arbeiten Menschen, welche dich bei der Umsetzung begleiten können.
Und keine Angst:
Falls du einmal mit einer Frage an eine Stelle gerätst, die nicht direkt zuständig ist, frag dort gerne nach, an wen du dich sonst wenden darfst. Viele Stellen sind untereinander vernetzt und tauschen sich immer wieder einmal aus. So findet deine Idee auf jeden Fall Menschen, mit denen du schauen kannst, wie die nächsten Schritte sein können.
Bleib auf jeden Fall dran und bringe dich aktiv ein. Ideen sind toll und lass uns gemeinsam schauen, wie wir diese umgesetzt bekommen können.
Simon Schmucker
Jugendreferent | Katholische Jugendstelle Regensburg-Land im Jugendpastoralzentrum Regensburg | Kinder-/Jugendpastoral, Bischöfliches Jugendamt | Bistum Regensburg
30. September 2026Ich würde gern Jugendliche in unsere Runden hereinholen, aber ein Teil der Gruppe will das nicht. Wie geh ich damit um?
Ich würde gern Jugendliche in unsere Runden hereinholen, aber ein Teil der Gruppe will das nicht. Wie geh ich damit um?
Antwort
Vielen Dank für deine Anfrage und die Herausforderung, die du schilderst. In erster Linie ist aus meiner Sicht ein Gespräch mit der Gruppe/Einzelpersonen hilfreich, um Hintergründe und Bedürfnisse zu erfahren.
Wie werden Entscheidungen getroffen?
Wichtig ist im Vorfeld die Frage, wie die Gruppe normalerweise Entscheidungen trifft. Wenn die Aufnahme neuer Jugendlicher eine gemeinsame Entscheidung ist, wird ein Versuch, die Jugendlichen gegen den Widerstand eines größeren Teils der Gruppe einzubringen, wahrscheinlich Spannungen erzeugen. Dann ist es oft sinnvoller, durch ein Gespräch zuerst Verständnis für die Bedenken zu schaffen und nach einer Lösung zu suchen.
Unterstützende Fragen könnten sein:
- Was genau befürchtet ihr, wenn Jugendliche dazukommen?
- Was kann schlimmstenfalls passieren?
- Welche Vorteile seht ihr darin?
- Unter welchen Bedingungen wäre es für euch vorstellbar?
Auch hilfreich:
Hilfreich sind unter Umständen auch, Kompromissvorschläge gemeinsam zu erarbeiten bzw. für sich selbst im Vorfeld durchzuspielen:
- Jugendliche zunächst zu einzelnen Veranstaltungen einladen
- Einen Schnuppertag vereinbaren
- Bestimmte Treffen (alters)gemischt und andere nur für die bestehende Gruppe durchführen.
Bei Rückfragen oder Austauschbedarf stehe ich gerne zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es im Bischöflichen Jugendamt Regensburg viele Ansprechpartner/-innen der Fachstellen und Verbände, die sich über Anfragen freuen.
Corinna Scheibenzuber
Pädagogische Leitung | Bischöfliches Jugendamt | Bistum Regensburg
Tel: 0941 597-2266 | corinna.scheibenzuber@bistum-regensburg.de
30. September 2026Wie krieg ich es hin, dass sich Leute verbindlich anmelden, und nicht immer nur 'vielleicht'?
Wie krieg ich es hin, dass sich Leute verbindlich anmelden, und nicht immer nur 'vielleicht'?
Antwort
Ehrlich gesagt, einen Zaubertrick kenne ich dafür auch nicht. In der heutigen Zeit ist es für viele Personen schwer, sich auf eine Veranstaltung verbindlich festzulegen, viele möchten am liebsten spontan entscheiden. Dass dies für Organisatoren von Veranstaltungen unbefriedigend ist, ist klar. Schließlich hättest du gerne Planungssicherheit, um Aufwand und vor allem Kosten abschätzen zu können.
Kultur des Anmeldens einführen
Eine Kultur der verbindlichen Anmeldung muss erst eingeführt werden, wenn es diese bei euch bisher nicht gab. Hier ein paar Tipps:
- Vereinbart einen Ort, wo alle Anmeldungen zusammenlaufen. Dafür könnt ihr entweder eine Plattform wie Eveeno nutzen oder, etwas einfacher, eine Mailadresse festlegen, bei der man sich zu euren Veranstaltungen anmelden kann.
- Fragt bei der Anmeldung nur wirklich benötigte Daten ab. Niemand hat Lust, lange Formulare auszufüllen und viele Daten werden schlichtweg nicht gebraucht. Überlegt euch gut, was ihr wissen müsst.
- Kommuniziert einen Anmeldeschluss klar und deutlich und haltet diesen auch ein. Natürlich kann man dann mal Ausnahmen machen, aber erklärt den Leuten, wieso es eben nicht mehr geht, sich nach Anmeldeschluss anzumelden.
Sprecht über das (neue) Anmeldeverfahren. Der persönliche Kontakt ist immer noch am effektivsten. Sprecht darüber, wieso ihr verbindliche Anmeldungen braucht und wie ihr das künftig organisiert.
Wir lieben Erinnerungen
Wahrscheinlich ist es uns allen schon passiert, dass man im Alltag mal eine Anmeldefrist verpasst oder vielleicht sogar vergisst, dass man sich zu einer bestimmten Veranstaltung angemeldet hatte. Wenn wir dann eine freundliche Erinnerung in unserem Postfach finden, sind wir alle dankbar.
- Erinnere potenzielle Teilnehmende ein paar Tage vor eurem Anmeldeschluss an die anstehende Frist.
- Erinnere angemeldete Personen eine Woche vorher an die Veranstaltung und teile letzte Infos zur Veranstaltung mit.
Das macht zwar etwas Arbeit, spart danach aber vielleicht lästiges Hinterherlaufen.
Die No-Show-Gebühr gegen spontane Absagen
Aus der Gastronomie kennt man sie vielleicht und mittlerweile wird dies auch zunehmend bei Veranstaltungen in unseren Kontexten verwendet.
Die No-Show-Gebühr wird fällig, wenn eine Person spontan (z. B. weniger als 24 Stunden vorher) absagt oder einfach gar nicht kommt.
Die Gebühr schafft Verbindlichkeit und macht deutlich, dass Aufwand und Kosten entstanden sind, auch wenn man nicht erscheint.
Wenn Veranstaltungen kostenfrei sind, liegt das oft an Zuschüssen, die im Hintergrund beantragt werden und von denen Teilnehmende nichts wissen. Nicht selten benötigt man eine Mindestzahl an Teilnehmenden, um einen Zuschuss zu bekommen. Spontane Absagen oder Nichterscheinen gefährden so die Zuschussfähigkeit und es können Kosten entstehen.
Der Betrag sollte den möglichen Schaden widerspiegeln und natürlich muss bei der Anmeldung auf diese Gebühr hingewiesen werden.
Ich hoffe, es ist der ein oder andere Ansatzpunkt für dich dabei. Wenn du selbst noch andere Ideen hast oder irgendwas für dich besonders gut funktioniert hat, dann lass es doch gerne andere Ehrenamtliche im Chat/Forum wissen.
Theresa Wenzl
Bildungsreferentin KLJB Diözesanverband und Organisationsberaterin i. A. | Kinder-/ Jugendpastoral, Bischöfliches Jugendamt | Bistum Regensburg
30. September 2026Mir ist ein Fehler passiert und es ist mir richtig unangenehm. Was mache ich jetzt?
Mir ist ein Fehler passiert und es ist mir richtig unangenehm. Was mache ich jetzt?
Antwort
Niemand ist fehlerfrei!
Zunächst einmal: Fehler passieren, niemand ist fehlerfrei. Das gilt auch im Ehrenamt, das von Menschen lebt, die sich engagieren, ausprobieren und Verantwortung übernehmen. Dass dir die Situation unangenehm ist, zeigt etwas Positives: Du nimmst deine Aufgabe ernst und möchtest sie gut machen.
Vielleicht kennst du das?
Nach einem Fehler kreisen die Gedanken immer wieder um die Frage, was du anders hättest machen sollen. Das ist menschlich. Aber die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern.
Hilfreicher sind die Fragen:
- Was ist jetzt der nächste gute Schritt?
- Muss ich jemanden informieren?
- Mich entschuldigen?
- Einen Schaden begrenzen?
- Aus dem Fehler etwas für die Zukunft lernen?
Was jetzt sinnvoll ist, hängt natürlich auch von der Art des Fehlers ab. Grundsätzlich halte ich es für wichtig, offen damit umzugehen. Wenn ein Fehler passiert ist, hilft es meist mehr, ihn anzusprechen, als ihn zu verschweigen. Wer Verantwortung übernimmt und einen Fehler zugibt, gewinnt oft mehr Vertrauen, als wenn versucht wird, alles unter den Teppich zu kehren.
Eine Entschuldigung?
Falls durch den Fehler andere Menschen betroffen sind, kann auch eine ehrliche Entschuldigung angebracht sein. Ob diese angenommen wird oder nicht, liegt nicht in deiner Hand. Dabei geht es nicht darum, sich kleinzumachen, sondern Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und den anderen die Möglichkeit zu geben, auf die Situation zu reagieren. In vielen Fällen lässt sich der entstandene Schaden begrenzen oder sogar ganz beheben, wenn man frühzeitig das Gespräch sucht.
Aus Fehlern lernen
Du musst die Situation nicht schönreden. Aber du musst dich auch nicht dauerhaft von ihr bestimmen lassen.
Ein Fehler kann Anlass sein, Verantwortung zu übernehmen, etwas dazuzulernen und anschließend weiterzugehen.
Deshalb würde ich dir raten, den Blick weniger auf das zu richten, was geschehen ist und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, sondern auf das, was jetzt möglich ist.
Diesen nächsten Schritt musst du nicht allein gehen – sprich mit den Verantwortlichen oder mit einer Person deines Vertrauens in deinem Umfeld.
Hinweis: Mehr zum Thema findest du bei „Fix erklärt“:
Scheitern: Was hilft, wenn etwas schiefgeht?
Pfarrer Thomas Winderl
29. September 2026Reicht mein Glaube? Ich glaube schon, aber ich bin echt schlecht darin, drüber zu reden. Reichts trotzdem, um mitzumachen?
Reicht mein Glaube? Ich glaube schon, aber ich bin echt schlecht darin, drüber zu reden. Reichts trotzdem, um mitzumachen?
Antwort
Selbstverständlich.
Glaube ist ganz individuell und persönlich. Es gibt dafür keinen Maßstab, an dem man sagen könnte, jetzt ist er ausreichend. Jesus sagt: „Denn, amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort! und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.“ (Evangelium nach Matthäus, Kapitel 17, Vers 20)
Ein Senfkorn ist eines der kleinsten Samenkörner. Wichtig im Glauben ist nur das „Dranbleiben“ und das Immer-wieder-neu-Anfangen.
Ich glaube schon, aber ich bin echt schlecht darin, drüber zu reden. Reichts trotzdem, um mitzumachen?
Ja, natürlich. Einer der klügsten Theologen der Kirchengeschichte, der Hl. Thomas von Aquin, hat eine „schwere Zunge“ gehabt, konnte sich also mündlich nicht gut ausdrücken. Sprich so, wie es aus deinem Herzen kommt. Du musst keine theologischen Fachbegriffe verwenden; im Gegenteil: Du bist viel glaubwürdiger, wenn du mit deinen Worten sprichst, was dir der Glaube bedeutet und wie du ihn lebst.
Wolfgang Stöckl
Stellv. Programmleitung Pastorale Entwicklung 2034 | Bistum Regensburg
29. September 2026Bei uns macht seit Jahren dieselbe Person alles und entscheidet auch alles. Wie spreche ich das an, ohne dass es gleich Streit gibt?
Bei uns macht seit Jahren dieselbe Person alles und entscheidet auch alles. Wie spreche ich das an, ohne dass es gleich Streit gibt?
Antwort
Aus Engagement folgt Macht
Wer sehr engagiert ist und viel einbringt, bekommt mit den Jahren oft viel Einfluss und damit auch Macht. Für die agierende Person mag das folgerichtig sein. Gleichzeitig kann es passieren, dass sie die Bedürfnisse, Ideen und das Engagement der anderen damit auch übersieht oder im schlimmeren Fall sogar kleinredet oder gar nicht zulässt. Macht abzugeben fällt vielen sehr schwer.
Wie es trotzdem gelingen kann
Leichter kann es fallen, wenn klar ist, dass einer dem anderen nicht einfach alles wegnehmen möchte, sondern sich mit engagieren möchte. Für ein klärendes Gespräch ist es deshalb wichtig zu würdigen, was die Person tut. Ihr z.B. zu sagen, dass man sieht, was sie alles kann, anstößt, bewirkt.
Hier bei der eigenen Wahrnehmung bleiben: „Ich sehe, dass du…“, „Ich finde gut, wie du…“
Wenn dann das eigene Anliegen eingebracht werden soll, wieder bei der „Ich“-Form bleiben. z. B. „Ich möchte hier gerne Folgendes einbringen..., das ist mir wichtig, weil…“ Oder auch „Ich tue mich sehr schwer damit, dass meine Ideen hier keinen Platz haben.“
Um mit dem Gegenüber dann in ein Gespräch zu kommen, ist es gut, eine Frage zu stellen. Wie z.B. „Was denkst du dazu?“ „Hast du vielleicht eine Idee, wie wir das gut lösen können?“
Hilfreiche Formulierungen zu dieser Art des Konfliktgespräches findet man unter dem Stichwort „Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg“ auch im Internet zum Nachlesen und zur Vorbereitung für eine Aussprache.
Reibung und Konflikte im Miteinander sind normal
Wenn es dennoch nicht reibungslos läuft, hast du es zumindest versucht und deinen Punkt klargemacht. Reibung und Konflikte im Miteinander sind normal und können bestenfalls auch zur Rollenklärung beitragen.
Patrizia Szörenyi
Gemeindereferentin | Organisationsberaterin | Mediatorin | Organisations- und Gemeindeberatung im Bistum Regensburg
Tel: 0941 597-1628 | patrizia.szoerenyi@bistum-regensburg.de
29. September 2026Ich wurde gefragt, ob ich ein Ehrenamt übernehme, aber ich hab keine Ahnung, was da eigentlich auf mich zukommt. Wie krieg ich das raus, bevor ich Ja sage?
Ich wurde gefragt, ob ich ein Ehrenamt übernehme, aber ich hab keine Ahnung, was da eigentlich auf mich zukommt. Wie krieg ich das raus, bevor ich Ja sage?
Antwort
Schön, dass du dir diese Frage stellst!
Dass du dir Bedenkzeit ausbittest und nicht gedankenlos „Ja“ sagst, ist bereits der erste, wichtige Schritt für ein Ehrenamt, das dir auch langfristig Freude bringt.
Nur wer die Rahmenbedingungen kennt, kann eine nachhaltige Entscheidung treffen.
Drei Schritte helfen dir dabei, die zukünftige Aufgabe realistisch einzuschätzen:
Die eigene Motivationslage prüfen
Überlege dir zuerst einmal: Was müsste passieren, damit dieses Ehrenamt für dich ein klares, begeistertes „Ja!“ wird? Wo liegt ein klares „Nein“? Wo liegen deine Grenzen? Was sind Bedingungen, die auf jeden Fall erfüllt sein müssen? In welchen Bereichen wären Kompromisse ok?
Erwartungen und Aufgaben konkret erfragen
In der Praxis hat sich ein transparentes Klärungsgespräch bewährt. Bitte die anfragende Person um ein Gespräch und hake mutig nach:
- Was genau gehört zu den Aufgaben und wie hoch ist der zeitliche Aufwand?
- Welche konkreten Erwartungen werden an dich gestellt – und was gehört ausdrücklich nicht dazu?
- Gibt es formale oder rechtliche Rahmenbedingungen (z. B. Versicherungsschutz, Satzungsvorgaben oder notwendige Schulungen)?
Unser Tipp:
Such das Gespräch mit einem Vorgänger oder jemandem, der in diesem Bereich schon aktiv ist. Dort erfährst du ungeschminkt, wie der Alltag aussieht – mit allen Chancen und echten Pflichten.
Optionen für eine Testphase prüfen
Niemand muss heute mehr die „Katze im Sack“ kaufen. In einigen Vorstandsteams gibt es bereits Positionen, die extra für ein Reinschnuppern in die Aufgabe angelegt sind. Finde im Gespräch heraus, ob ein solches Modell auch für das dir angebotene Ehrenamt existiert oder ob man das individuell so regeln kann. Erst einmal für ein paar Wochen unverbindlich mitzugehen, nimmt den Druck komplett heraus und du erhältst einen realistischen Einblick.
Dein nächster Schritt:
Suche das Gespräch mit der anfragenden Person, um die Aufgabenstruktur zu klären und die Option einer unverbindlichen Schnupperzeit zu prüfen.
Michaela Blattnig
Fachstelle Ehrenamtsbildung | Bistum Regensburg
Michaela Zwerger
Fachstelle Ehrenamtsbildung | Bistum Regensburg
28. September 2026Bei uns ist die Gemeinschaft super, nur heißt es von außen ständig „ihr feiert ja bloß“. Was sage ich da am besten?
Bei uns ist die Gemeinschaft super, nur heißt es von außen ständig „ihr feiert ja bloß“. Was sage ich da am besten?
Antwort
Auf den ‚Vorwurf‘ kannst du beispielsweise folgendermaßen antworten:
Ja, es stimmt, wir veranstalten Feste in unserer Pfarrei. Aber das bedeutet nicht, dass wir bloß feiern. Da steht sehr viel mehr dahinter.
Erstmal starten die Planungen schon Monate im Voraus mit der Organisation von der Location, mit Absprachen zur Musik, zur Verpflegung und vielem mehr.
Dafür treffen wir uns regelmäßig im ehrenamtlichen Planungsteam. Hier werden Ideen eingebracht, verschiedene Meinungen ausgetauscht und ganz viel diskutiert, sodass wir am Ende zum besten Ergebnis kommen.Dabei lernen wir, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam im Team zu arbeiten. All das ist wichtig, um sich aktiv in unserer Gesellschaft einzubringen.
Außerdem sind wir auch nicht einfach nur ein loser Zusammenschluss von Freund/-innen. Sondern ein festes Planungsteam, das sich regelmäßig trifft, um Veranstaltungen vorzubereiten und diese dann auch durchzuführen.Und das alles machen wir natürlich ehrenamtlich.
Deswegen ist es auch besonders wichtig, dass unser Team gut funktioniert und wir das auch immer mal wieder gemeinsam feiern.
Diese Antwort stammt von:
28. September 2026Wie sage ich ab, wenn ich einfach keine Zeit oder ehrlich gesagt keine Lust habe, ohne dass es komisch wird?
Wie sage ich ab, wenn ich einfach keine Zeit oder ehrlich gesagt keine Lust habe, ohne dass es komisch wird?
Antwort
Ein klares „Nein“ ohne schlechtes Gewissen: So sagst du ab
Vertrau deinem ersten Bauchgefühl. Wenn du merkst, dass du für eine angebotene Aufgabe eigentlich keine Zeit oder schlichtweg keine Lust hast, nimm dieses Signal ernst. Nur wenn du deine eigenen Grenzen respektierst, tun es auch die anderen. Es ist völlig okay, auch mal keine Lust zu haben – ein Ehrenamt lebt von der Freiwilligkeit, nicht vom Zwang. Wie du absagst, ohne dass es komisch wird? Mit diesen drei Impulsen gelingt es:
- Weniger Blumen, mehr Punkt
Der Knackpunkt bei einer Absage ist Ehrlichkeit. Du brauchst keine erfundenen Ausreden oder ellenlangen Erklärungen. Formuliere klar, aufrichtig und kurz – freundlicher und sauberer wird es dadurch am Ende sowieso nicht. Denk daran: „Nein“ ist ein ganzer Satz. Er bedarf keiner Rechtfertigung. - Das „komische Gefühl“ richtig einordnen
Ja, im ersten Moment kann sich eine Absage unangenehm anfühlen. Manchmal spielen uns auch die Angst vor Ablehnung oder die sogenannte FOMO (Fear of Missing Out – die Angst, etwas zu verpassen) einen Streich. Aber dreh den Spieß mal um: Wie viel unangenehmer wäre das Gefühl, wenn du ohne Zeit und Lust zusagst? Damit bürdest du dir selbst Frust auf und enttäuschst letztlich auch die Organisation, die auf deinen vollen Einsatz zählt. - Die Chance zur Grundsatzfrage nutzen
Wenn du dich in letzter Zeit häufiger dabei ertappst, dass du einfach keine Lust auf ehrenamtliche Aufgaben hast, nimm das als wertvollen Wegweiser. Frag dich ganz ernsthaft, ob dieses Engagement aktuell überhaupt noch zu dir, deiner Lebensphase und deinen persönlichen Wünschen passt. Sich zu verändern ist erlaubt.
Dein nächster Schritt:
Sag zeitnah ab, damit die Verantwortlichen weiterplanen können. Ein kurzes: „Vielen Dank für das Vertrauen! Ich habe überlegt, aber es passt für mich aktuell zeitlich und persönlich nicht“ reicht völlig aus.
Hinweis: Passend dazu bei „Fix erklärt“:
Nein sagen im Ehrenamt. Gut für alle?!
Michaela Blattnig
Fachstelle Ehrenamtsbildung | Bistum Regensburg
Michaela Zwerger
Fachstelle Ehrenamtsbildung | Bistum Regensburg
28. September 2026Woher weiß ich, ob ich mein Ehrenamt gut mache?
Woher weiß ich, ob ich mein Ehrenamt gut mache?
Antwort
Woran du erkennst, dass du dein Ehrenamt gut machst
Vertrau erst einmal auf dich und deine Fähigkeiten! Die Frage, ob man die eigene Aufgabe „gut genug“ erledigt, beschäftigt viele Engagierte. Oft liegt das an einer weit verbreiteten, aber ungesunden Kultur nach dem Motto: „Ned gschimpft is globt gnua“ (Nicht geschimpft ist Lob genug). Das geht besser.
Ob du dein Ehrenamt gut machst, erkennst du an drei einfachen Wegweisern:
- Der Blick auf dich selbst und deine Ziele
Die wichtigste Frage zuerst: Hast du Freude an dem, was du tust? Wenn ja, ist das bereits das beste Zeichen. Geh zudem kurz in die Reflexion: Gibt es konkrete Anforderungen an deine Rolle und erfüllst du diese? Was ist dein persönliches Ziel für dieses Ehrenamt und woran merkst du, dass du es erreicht hast? Für deine innere Zufriedenheit gilt: Gut ist das neue Perfekt! Willkommen im Club der durchschnittlich Vollkommenen - niemand erwartet fehlerfreie Höchstleistungen von dir. - Feedback aktiv einfordern und annehmen
Warte nicht darauf, dass zufällig jemand Danke sagt. Fordere konkrete Rückmeldungen aktiv ein – von Teilnehmenden, deinen Teamkolleg/-innen oder dem Vorstand. Frag ganz offensiv nach: Was finden die Leute gut? Was können wir verändern? Wenn du positives Feedback bekommst, nimm es bewusst an, ohne es kleinzumachen. Fokussiere dich auf das, was gelingt, und bleib nicht an einzelnen Nörglern hängen. - Wertschätzung aktiv gestalten
Erfährst du Wertschätzung? Wenn du dir von bestimmten Personen mehr Anerkennung wünschst, darfst du das offen ansprechen. Werde außerdem selbst zum Vorbild: Sag anderen, was du an ihrem Engagement toll findest und was du an ihnen schätzt. Eine lebendige Feedbackkultur beginnt oft im Kleinen.
Dein nächster Schritt:
Nutze das nächste Treffen für eine kurze, gezielte Feedbackrunde. Frage deine Kolleginnen und Kollegen nach einer Sache, die aktuell super läuft, und einer Sache, die ihr gemeinsam verbessern könnt.
Michaela Blattnig
Fachstelle Ehrenamtsbildung | Bistum Regensburg
Michaela Zwerger
Fachstelle Ehrenamtsbildung | Bistum Regensburg
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Darf ich als Ehrenamtlicher Kommunion austeilen?
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Was mache ich, wenn es mir zu viel wird?
Ich habe seit dem Religionsunterricht nichts mehr über meinen Glauben gelernt. Wo kann ich mein Glaubenswissen vertiefen?
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