Fix erklärt

Vielredner und Quertreiber: souverän reagieren

Vielredner, Killerphrasen, Augenrollen oder ein unangemessener Ton können eine Sitzung ausbremsen. Hier findest du konkrete Möglichkeiten, wie du als Moderation klar reagierst, ohne jemanden bloßzustellen.

3 min Lesezeit

Vielredner und Quertreiber: souverän reagieren

Du bist für die Moderation einer Sitzung verantwortlich und einzelne Teilnehmende machen dir das Leben schwer? Vielredner/-innen in der Sitzung sind dabei nur ein Beispiel. Da gibt es die,
… die zu allem viel zu sagen haben…
… die mit Killerphrasen jede Diskussion abwürgen…
… die über Körpersprache ihre Genervtheit ausdrücken…
… die unangebracht cholerisch werden.

Deine Rolle als Moderator/-in verlangt, dass du darauf souverän reagierst – gar nicht so einfach!

Hier ein paar praktische Tipps, wie du schwierige Situationen parieren könntest:

Ein Mann spricht ausführlich und gestikuliert mit beiden Händen, während die anderen Personen im Stuhlkreis zuhören. KI-generiert

Killerphrasen kontern: Am einfachsten mit Fragen!

Wer starke Behauptungen aufstellt, sollte sie auch begründen. Oft fühlen sich Moderator/-innen unter Druck, alles zu widerlegen, anstatt gelassen nachzufragen.

  • „Was genau meinst du damit?“ (klärt Begriffe, Emotionen, Hintergründe)
  • „Wie kommst du zu dieser Ansicht?“ (verschiebt die Begründungslast zu der Person, die eine starke Behauptung aufstellt)
  • „Hast du schon mal bedacht, was daraus folgt?“ (hilft, Widersprüche oder Folgen sichtbar zu machen, ohne die Person anzugreifen)
Zweiteiliger Comic: Auf „Das haben wir schon immer so gemacht“ folgt die Frage, was im schlimmsten Fall passieren würde, wenn es diesmal anders gemacht wird.
Zweiteiliger Comic: Auf den Einwand „Da kommen wir in Teufels Küche“ antwortet die Moderation mit der Frage: „Wie kommst du zu dieser Ansicht?“
Zweiteiliger Comic: Auf „Das funktioniert bei uns auf keinen Fall“ reagiert die Moderation mit Fragen nach der genauen Bedeutung, anderen Meinungen und einem konkreten Beispiel.

Grenzen setzen: Freundlich, aber bestimmt

Von einer Moderation wird erwartet, dass sie die Teilnehmenden an einer Sitzung „mäßigt“ – genau das bedeutet „moderieren“ eigentlich. Es gehört zur Rolle, dass man einschreitet, wenn jemand sich wenig konstruktiv verhält.

Viel- und Dauerredner/-innen darf man höflich ins Wort fallen:

„Entschuldige – ich muss dich unterbrechen. Meine Aufgabe als Moderator/-in ist es, dafür zu sorgen, dass möglichst alle hier gleichermaßen zu Wort kommen.“

Oder: „Entschuldige – nur dass ich dich richtig verstanden habe: dein Anliegen in einem Satz wäre…“

Zweiteiliger Comic: Eine Person spricht bei jedem Tagesordnungspunkt sehr lange. Die Moderation unterbricht sie höflich, damit möglichst viele zu Wort kommen.

Motzer und Augen-Verdreher/-innen kann man bitten, ihre Mimik in Worte zu fassen:

„Wie kann ich deine Reaktion deuten?“

Oder: „Du scheinst gar nicht einverstanden zu sein – was ist der Grund?“

Oder auch: „Was brauchst du, dass du hier konstruktiv mitarbeiten kannst? Wie können wir dich ins Boot holen?“

Zweiteiliger Comic: Eine Person motzt und verdreht die Augen. Die Moderation fragt nach dem Grund der Reaktion und danach, wie die Person eingebunden werden kann.

Choleriker/-innen brauchen klare Grenzen. Wenn jemand andere persönlich angreift und abwertet, unterbrich die Sitzung.

„Die Diskussion läuft jetzt gerade aus dem Ruder. Wir machen fünf Minuten Pause und arbeiten anschließend weiter.“

In der Pause könntest du auf die Person zugehen und bilateral sprechen, ohne dass sie ihr Gesicht verliert.

Mach klar, dass so ein Ton bei allem Ärger nicht angebracht ist.

Zweiteiliger Comic: In einer hitzigen Diskussion wird eine Person laut und abwertend. Die Moderation stoppt das Gespräch und kündigt eine fünfminütige Pause an.

Innere Haltung: bei Moderation geht es ums Integrieren, nicht ums Gewinnen

Auch wenn es in einer Sitzung heiß hergeht: Du bist nicht persönlich gemeint – deine Rolle als Moderator/-in verlangt, manchmal konfrontativ und mutig zu sein. Deswegen gibt es überhaupt eine Moderation – du machst das stellvertretend für das gesamte Gremium.

Wichtig ist die innere Haltung: Deine Aufgabe als Moderator/-in ist, dass du ausgleichend wirkst, also alle Beteiligten in Balance hältst. Es geht nicht um „stärker, lauter, gewinnen“, sondern ums Integrieren, Gesicht wahren und Raum öffnen und halten.

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Verfasst von

Kathrin Hauser

Gemeinde- und Organisationsberatung | Bistum Regensburg

Tel: 0941 597-1624 | kathrin.hauser@bistum-regensburg.de